Sonntag, 5. Juli 2015

{Wildkräutersalat mit gegrilltem Ricotta und Blaubeer-Dressing}. Und ein Plädoyer für den Genuss.



Ich hasse Menschen, die ständig sagen "Früher war alles besser". Stattdessen sage ich heute mal "Früher war vieles einfacher."

Wenn ich früher Samstag Abend Menschen zum Essen eingeladen habe, konnte ich ungestraft einen Topf Spaghetti Bolognese in die Tischmitte stellen - und alle waren happy. Damit jetzt keine Missverständnisse aufkommen: Die Bolo war selbst gekocht. Der Parmesan unter Einsatz des halben Zeigefingers auf der IKEA Vierkantreibe selbst gerieben. Und die Spaghetti waren aus italienischem Hartweizengries. Natürlich al dente.

Stellt man heute ungefragt einen Topf Spaghetti Bolognese auf den Tisch, könnte man auch gleich eine hübsche Landmine auf den Tisch stellen. Denn der Inhalt ist explosiv. Fleisch! Gluten! Kohlenhydrate! Fett! Histamin! Gottseidank ist im Hartkäse wenigstens keine Laktose drin. 

Also frage ich lieber erstmal nach: Vegetarisch? Vegan? Paleo? Low Carb? Glutenunverträglichkeit? Histaminintoleranz? Clean Eating? Laktoseunverträglichkeit? Ketogene Ernährung? Glyx? Zuckerfrei?  





Essen ist zur Religion geworden, sagte neulich eine gute Freundin. Sie hat recht. Und ich gehe noch einen Schritt weiter (embracing the shitstorm to come): Ernährungsstile sind das ADHS der Erwachsenen. (Ich nehme mich da übrigens gar nicht aus, nur dass wir uns da nicht falsch verstehen)



Übernahm früher noch good ole Zigarette die Ausweisfunktion in der Peergroup frei nach dem Motto "Zeig mir deine Marke und ich sag dir, wer du bist" ("Keine roten Gauloises? Näää, Marlboro rauch ich nich."), so übernimmt das heute der individuelle Ernährungsstil. Er ist ein Weg, um sich abzusetzen von der Masse. Schau mich an, ich bin ja so besonders.



Absurditäten inklusive. So hatte neulich ein Freund einen Freund mit Glutenunverträglichkeit zum Abendessen geladen. Der Gastgeber backte eigens glutenfreies Brot, es gab glutenfreie Pasta und zum Nachtisch ein schönes Sorbet. Soweit, so gut. Doch als der Gastgeber zum Espresso eine Schachtel Rafaello auf den Tisch stellte - wer griff da als erster zu? Richtig. Der Herr mit der Glutenunverträglichkeit. Joa. Merkste selbst, gell?



Versteht mich nicht falsch: Unser Patenkind hat Zöliakie - und ich weiß durchaus, dass das eine ernsthafte chronische Krankheit ist, bei der eine strikt glutenfreie Ernährung die einzige Form der Behandlung darstellt. Ich finde es toll, dass die Food-Landschaft so diversifiziert ist, dass jeder nach seiner Facon glücklich werden kann. 





Was mir furchtbar auf die Nerven geht, sind die quasi-religiösen Eiferer, die ihre Ernährungsweise für den heiligen Gral halten. Was mir furchtbar auf die Nerven geht, sind die täglich neuen Säue, die durchs globale Ernährungsdorf gejagt werden. Was gestern noch gut war, ist heute schon der Teufel himself. Was mir furchtbar auf die Nerven geht ist die Scheinheiligkeit und Widersprüchlichkeit der selbst ernannten Ernährungspäpste.Wat is´n nu gut für mich? Viel Fleisch oder gar keins? Glutenfrei oder Seitan? Dinkelspaghetti oder gar keine Nudeln? Chia-Samen sind toll - aber bloß nicht mehr als 2 Esslöffel pro Tag? Clean Eating oder eine hoch verarbeitete vegetarische Wurst? Ist Cashewmilch wirklich ethisch vertretbarer als Kuhmilch?

Ich verstehe nicht, was einem industriell hoch verarbeiteten Entenersatz aus Weizengluten und ordentlich Aromen drin besser sein soll als an einem ehrlichen Stück Käse. Oder - ja! - an einem guten Steak. Medium-rare, bitte. Neulich entdeckte ich ein Rezept für veganes Mett. Das bestand aus zerkrümelten Reiswaffeln und Essiggurkenwasser. Really!? 



Genuss bedeutet für mich: Ich schau genau hin, was ich esse. Es ist für mich eben kein Genuss, zerkrümelte Reiswaffeln mit Essiggurkenwasser zu essen. Es ist kein Genuss, ein mit Zucker und Hefeextrakten vollgestopftes Päckchen aufzureißen. Es ist kein Genuss, Grillfackeln aus Billigstdiscounterbauchfleisch zu essen. Es ist auch kein Genuss, tot gekochtes Labbergemüse aus der Dose/der Aluschale zu essen. Es ist kein Genuss, Eiscreme zu essen, die selbst bei 28° ihre Form behält. Es ist aber auch kein Genuss, hochgradig industriell hergestellte Fleischersatzprodukte zu essen, deren Zutatenliste ich noch nicht mal aussprechen, geschweige denn verstehen kann.


Was mir übrigens auch furchtbar auf die Nerven geht, sind Menschen, die denken, ein Tier bestünde nur aus Filet. Tut es nicht, liebe Filetfresser. Und es ist einfach unanständig, dass Geflügel auf ein möglichst großes Brust-Gewicht gezüchtet wird, unter dessen Last es ständig nach vorn umfällt. Deshalb finde ich es hochgradig angemessen, so viel wie möglich vom Tier zu verwerten. From Nose to Tail. Innereien inklusive. Die ich übrigens nicht halb so eklig finde wie das oben erwähnte Gurkenwasserreiswaffelmettgematsche.




Wie wäre es denn einfach, wenn wir weniger verbissen und mehr mit Genuss essen? Schluss machen mit den Drölfzig Ernährungsvorschriften pro Mahlzeit. Es uns statt dessen ganz einfach machen: Frisch einkaufen - am besten saisonal und regional. Frisch kochen. Und mit Freude genießen. Denn Essen, das man mit Freude genießt, das macht glücklich. Ob´s ein grüner Weizengras-Smoothie, ´ne schöne Bolo oder dieser sensationell leckere Wildkräutersalat mit gegrilltem Ricotta und Blaubeerdressing ist. Für den gibt´s jetzt hier das Rezept:




Wildkräutersalat mit gegrilltem Ricotta und Blaubeer-Dressing (2 Portionen)


4 Handvoll Wildkräuter 
6 Scheiben Ricotta Marzotica (fester, gealterter Schafsmilch-Ricotta). Alternativ Halloumi
1 Esslöffel Honig
1 Teelöffel Olivenöl
2 Handvoll Blaubeeren, am besten die kleinen Waldblaubeeren

Für das Dressing

2 Handvoll Blaubeeren
Der Saft einer Zitrone
2 Esslöffel bestes Olivenöl
1 Esslöffel Ahornsirup
3 Esslöffel Wasser
Fleur de Sel und frisch gemahlener Pfeffer

Die Wildkräuter waschen, trockenschleudern und auf 2 Tellern anrichten. Die Blaubeeren darauf verteilen.


Alle Zutaten für das Dressing in einem Mixer geben oder mit dem Pürierstab zu einer cremigen Emulsion aufschlagen. Über den Salat träufeln.


Das Olivenöl in einer Grillpfanne erhitzen und den Ricotta goldbraun grillen. Mit frisch gemahlenem Pfeffer würzen und mit Honig beträufeln. Auf dem Salat anrichten und sofort servieren.




So. Genug in Rage geschrieben. Ich bin neugierig. Wie seht ihr das? Mit dem Essen als Religion. Und dem Genuss? 

Sonntag, 21. Juni 2015

Sommeressen ganz ohne Sommer. Sticky Chili Ribs und ein Cole Slaw mit Kokosnuss


Autsch. Ich hab Fernweh (gut, und immer noch ne blöde Bronchitis, aber die ist lang nicht so schlimm). Ich möchte meinen Koffer mit Bikinis und Sonnencreme (und 15kg Tauchgerödel - aber das klingt nicht so poetisch) füllen und nix wie ab dorthin, wo der Sand schneeweiß ist und das Meer in so vielen Blau- und Türkistönen schimmert, dass ich dem lieben Gott unterstelle, ein ziemlich erfolgreicher Art Director gewesen zu sein. 

Ich möchte wieder Sommersprossen auf der Nase (<- liebe Douglas-Verkäuferin von letzter Woche: Das sind nämlich Sommersprossen und keine "Überpigmentierung". Bäh.) und Sand unter den Füßen haben. Ich möchte mit Fledermausfischen und Mantas schwimmen. Ich möchte Einsiedlerkrebse necken, Frangipaniduft einatmen und Ginger Basil Mojitos bei Sonnenuntergang trinken. Ich möchte stundenlang aufs Meer gucken und endlich mal wieder ausgiebig nix tun. 




Und wenn das nicht geht, dann möchte ich wenigstens lange Sommernächte mit Grillduft und Eiswürfeln, die im Rosé klimpern. Ich möchte Erdbeereis auf meine Flip Flops tropfen sehen. Ich möchte meine Balkonblumen jeden Tag dreimal gießen müssen. Und mir die Finger verbrennen, wenn ich das Lenkrad anfasse. 

Du siehst, lieber Sommer, ich wär dann mal bereit für dich. Aber weil du mal wieder die Diva unter den Jahreszeiten spielst, und dich ewig bitten lässt, leg ich meine Spare Ribs eben nicht auf den Grill, sondern in den Ofen. 

Die Ribs kommen heute mal asiatisch daher. Ingwer, Chili, Limette und Kokosnuss stillen Fernweh-Hunger. Die Kombination mit richtig gutem Schweinefleisch ist zum Reinlegen. Ehrlich jetzt. Ich hätte ohne mit der Wimper zu zucken den ganzen Rippchenberg wegfuttern können. Denn Honig-Süße, Limetten-Säure und Chili-Schärfe sind ein ziemliches Dream-Team.



Zu den Sticky Ribs gibt´s einen asiatisch angehauchten Salat aus Chinakohl, kleinen aromatischen Gurken und einem Kokosnuss-Limetten-Dressing. Nehmt unbedingt Mini-Gurken - sie schmecken viel aromatischer als Schlangengurken und ziehen weniger Wasser.





Rezept für Sticky Chili Ribs mit Honig Limetten Hoisin Glaze (für zwei)


1 kg Spare Ribs (ich bevorzuge Duroc Schwein)
140ml cremiger Honig
50ml Limettensaft (das sind 2-3 Limetten)
1 Esslöffel Hoisinsauce
1 Esslöffel Sojasauce (ich habe die salzreduzierte verwendet - also ggf. Salzmenge justieren, falls ihr die klassische Sojasauce nehmt)
1 lange rote Chili
3cm Ingwer
2 Knoblauchzehen
1 Teelöffel Meersalz
1/2 Teelöffel frisch gemahlener Pfeffer

Den Ofen auf 160° Umluft vorheizen.

Die Spare Ribs in einzelne Rippchen zerteilen.

Die Chili in feine Ringe schneiden, Ingwer und Knoblauch fein hacken. Alle Zutaten bis auf die Spare Ribs vermengen. 

Eine ofenfeste Form mit einem Stück Backpapier auslegen - das macht das Reinigen hinterher einfacher.

Die Rippchen darauf verteilen und mit der Glaze übergießen.

Knapp zwei Stunden lang im Ofen garen, bis die Rippchen schön weich sind. Dabei die Ribs mindestens einmal wenden. Falls sie zu dunkel werden, in der letzten halben Stunde mit Alufolie abdecken.









Rezept für Cole Slaw mal anders: Chinakohl Kokosnuss Slaw


1/2 Chinakohl
2 Minigurken
50l Limettensaft (das sind 2-3 Limetten)
80ml Kokosmilch
2 Stengel Minze
1 Esslöffel Ahornsirup
Fleur de Sel und frisch gemahlener Pfeffer

Chinakohl und Gurken waschen und in feine Streifen bzw. Scheiben schneiden.

Für das Dressing Limettensaft, Kokosmilch und Ahornsirup vermengen und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Minzblätter fein hacken und gemeinsam mit dem Dressing zum Salat geben. 







Habt den allerschönsten Nicht-Sommer-Sommer-Tag!

Conny

Mittwoch, 17. Juni 2015

{Werbung} Crunchy! Creamy! Nutty! Funky! Zwei völlig verrückte Ice Cream Sundaes mit Ben & Jerry´s.



Warnhinweis:
Liebe Veganer und Paleos, liebe Size-Zero-Anwärterinnen und Clean Eating Päpste, liebe Low Carb Liebhaber und Zuckerverächter, bitte umgehend weiter klicken. Dieser Post enthält nämlich so viele Kalorien, dass man davon problemlos eine Kleinstadt ernähren könnte. 



Ebenfalls in diesem Post enthalten: Eine Riesenportion allerbester Laune, eine reichlich verrückte Geschmacks-Kombination – und ein paar ordentliche Kugeln meiner allerliebsten Lieblings-Fertig-Eiscreme Ben & Jerry´s (na gut, abseits von homemade Basilikum Eis - aber das verraten wir weder Ben noch Jerry, okay?).

Mit ebendiesem Jerry (Wah! Legenden-Alarm!) traf sich eine hübsche kleine Bloggerunde (unter anderem Lu von Luloveshandmade, Nic von Luzia Pimpinella, Susanne von Serendipity und Jasmin von Elbmadame) neulich in Hamburg auf ein Eis. Knaller, oder? 

Einfach mal einen der Erfinder von so sensationellen Sorten wie "Cookie Dough" fragen, welche Sorte seine Lieblingssorte ist (er liebt Cinnamon Bun - weil es das nicht in den USA gibt), ob sie schon mal über ein Eis für Veganer nachgedacht haben (haben sie - und da scheint wohl was in der Planung zu sein. Also doch nicht weg klicken, liebe Veganer!) und ganz nonchalant über den theoretischen Einsatz von Bacon in Eiscreme plaudern. 

Ja, Bacon. Ich mein, wer erstmal rohen Keksteig ins Eis geworfen hat, für den ist Bacon doch auch nur eine Frage der Zeit, oder? Es sei jedoch vor allem eine Frage der Textur, meinte Jerry.

Denn es sei naturgemäß schwierig, den Crunch zu erhalten, wenn der Speck erst mal ins Eis gewandert sei. Und matschigen Bacon, den will ja nun wirklich keiner.

Und das war er, der Moment, in dem mir die Idee für ein völlig verrücktes Ice Cream Sundae durch den Kopp schoss. Ja, ist Madame denn irre geworden? Ja, ist sie. Tadaa - ich präsentiere: 






I´ll drive you nuts: Chunky Caramel Sundae with Caramel Popcorn, Chocolate Fudge and Chocolate Covered Bacon.


Pro Portion:
Drei Kugeln Ben & Jerry´s All or nutting 
Eine Handvoll Karamell-Popcorn (s. u.)
Zwei Scheiben Bacon
20g dunkle Lieblingsschokolade, geschmolzen
2 Esslöffel warmer Chocolate Fudge (s. u.)
Etwas geschlagene Sahne (optional)

Eine Pfanne erhitzen. Den Bacon darin knusprig braten. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen, mit der geschmolzenen Schokolade bestreichen (das geht am besten mit einem Backpinsel) und kurz trocknen lassen.

Das Eis in eine eine Dessertschüssel (wenn man Foodblogger ist: In ein Ball Mason Glas) geben. Wer mag, spritzt nun einen kleinen Sahne-Tuff darauf. Mit Popcorn und warmem Chocolate Fudge toppen und den Schokoladen-Bacon darauf setzen. Schnell servieren.





Ebenfalls irre waren die Ideen der beiden Gründer, die Ben & Jerry´s im Rahmen der "Join our Core" Kampagne unterstützt. Irre gut, nämlich.




Victoria von nearBees stammt aus einer Imker-Familie. Sie hatte die Idee, Honig von Nebenan zu versenden. In einer Welt, in der die Bio-Diversität abnimmt, weil es nicht mehr genug Bienen & Co. gibt, um Pflanzen zu bestäuben, ist das nicht nur eine köstliche, sondern auch sehr nachhaltige Geschäftsidee. Bei Startnext könnt ihr Victoria unterstützen und dazu beitragen, dass es nearBees Honig demnächst auch aus anderen Regionen Deutschlands gibt. Zurzeit stammt er vor allem aus dem Münchener Raum.



Für dich, liebe Victoria und für alle anderen Honig-Schleckermäulchen kommt hier mein zweites Ben & Jerry´s Sundae:




Boozy beezy Banana Split: Caramel Sutra Sundae with honey-roasted Banana and Rum-flavoured Caramel Sauce.


Pro Portion:
Drei Kugeln Ben & Jerry´s Caramel Sutra
Eine Banane
Ein Teelöffel Honig plus etwas mehr zum Anrichten.
Ein kleiner Stich Butter
Zwei Esslöffel Caramel Sauce (s. u.)
Ein Esslöffel Chocolate Fudge (s. u.)
Etwas geschlagene Sahne (optional)
Eine Kirsche als Deko

Eine Grillpfanne erhitzen, Butter und Honig darin schmelzen. Die Banane halbieren und von beiden Seiten etwa 30 Sekunden lang braten. 

Das Eis auf einem Desserteller (wenn man Foodblogger ist: Einer aus Emaille) anrichten, die beiden Bananenhälfen außen rum legen, eventuell ein paar kleine Sahnetuffs aufspritzen und mit Caramel Sauce, Chocolate Fudge und einer Kirsche toppen. Wer mag, träufelt noch etwas Honig darüber. 








Rezept für warmen Chocolate Fudge

25g Zucker
25g Kakaopulver
90ml Sahne
30ml heller Sirup (z. B. Grafschafter)
25 gehackte dunkle Lieblingsschokolade
1 Esslöffel Butter
Eine Prise Fleur de Sel

Zucker und Kakaopulver in einem kleinen Topf vermischen. Sahne, Sirup und Salz dazu geben und etwa 2 Minuten lang bei kleiner Hitze köcheln lassen. Schokolade und Butter einrühren und nochmals aufkochen lassen, bis alles geschmolzen ist. Etwas abkühlen lassen, aber am besten warm verwenden.  


Rezept für eine Karamell Sauce mit Rum

80g Zucker
30g Butter
50ml Sahne
2 Esslöffel Rum

In einem kleinen Topf auf kleiner Hitze den Zucker schmelzen, bis ein bernsteinfarbener Karamell entstanden ist. Den Topf vom Herd nehmen und die Butter einrühren. Vorsicht, das kann spritzen! Dann die Sahne unterrühren, den Topf zurück auf den Herd stellen und die Soße noch zwei, drei Minuten kochen lassen, bis sie trüb ist. Den Rum unterrühren und abkühlen lassen.

Rezept für Karamell Popcorn

40g Popcornmais
1 Esslöffel neutrales Pflanzenöl
2 Esslöffel Karamell Sauce

Das Pflanzenöl in einem Topf erhitzen, den Mais darauf geben und einmal gut durchrühren, so dass alle Maiskörner vom Öl bedeckt sind. Deckel drauf und bei kleiner Hitze poppen lassen. Wenn die Popp-Geräusche verstummen, ist das Popcorn fertig.

Deckel abnehmen und das Popcorn mit der Karamell Sauce vermischen. Abkühlen lassen.



Auch der zweite Finalist der Join our Core Kampagne macht aus Gutem noch Besseres: Zusammen mit seinem Team von GreenLab Berlin stellt Daniel aus Kakaobohnenschalen, also Übrigbleibseln der Schokoladenverarbeitung einen organischen Dünger her. Pimp my Gärtchen und Blümchenfutter heißen die beiden Varianten. Sie sind gut fürs Pflanzenwachstum und riechen lecker nach Schokolade. Tolle Idee, findet ihr? Dann könnt ihr natürlich auch GreenLab bei Startnext unterstützen.   




Danke für diesen köstlichen Abend an Ben & Jerry´s und komm.passion.

Habt es fein - und lasst euch´s schmecken.
Denn Eis macht Sommergefühle - auch wenn der Sommer gerade wieder mal Pause macht.

Conny

Werbung: Dieser Post ist in Kooperation mit Ben & Jerry´s entstanden. Konzept, Rezepte, Fotos & Meinung sind wie immer von mir. 

Samstag, 13. Juni 2015

{Love Story ohne Happy End} Wie meine allererste Hochzeitstorte im Desaster endete.


"Bad luck makes good stories" hab ich mal irgendwo gelesen. Und wenn das stimmt, hab ich heute so ziemlich die beste Story ever für euch. Eine Story, die wahrscheinlich konkurrenzlos den Oscar in den Kategorien "Kneif mich mal", "Slapstick Horror Story" und "Sowas passiert doch nur im Fernsehen" gewinnen würde.

Aber der Reihe nach. Als vor einem guten halben Jahr sehr gute Freunde fragten, ob ich für sie die Hochzeitstorte machen würde, hab ich ohne langes Nachdenken "Ja" gesagt. Das Nachdenken, das kam erst später. Wie groß? Wie viele Etagen? Wie stapeln? Welche Geschmacksrichtungen? Wie dekorieren? Welche Farben? Welcher Fondant? Wie macht man Zuckerblüten? Passt das alles in meinen Kühlschrank? Und überhaupt: Was, wenn irgendwas schief geht? Ich mein, ich kann ja kaum am Hochzeitssamstag zum Bäcker latschen und sagen "Packen Sie mir mal ne Hochzeitstorte für 100 Personen ein!".

Ich habe also ein halbes Jahr lang Rezepte gewälzt, Dekoideen auf Pinterest gesammelt, mich durch Trillionen Youtube Videos geklickt, in einem Kurs gelernt, wie man Torten stapelt, Probetorten gebacken, den Umgang mit Foampads, Veinern und Balltools gelernt, Pfingstrosen aus Blütenpaste geklöppelt, etwa zweihundert Mini-Blüten hergestellt und mit Flower-Dust bemalt, eine formidable Sammlung aus Cakeliftern und Cakeboards angehäuft, Silikon-Fondant-Formen in UK und den USA bestellt - und die aller-aller-allergrößte Freude daran gehabt.






Letzte Woche war es dann soweit. Ich hab mir zwei Tage Urlaub genommen und an den beiden heißesten Tagen des Jahres unter anderem 10 Päckchen Butter, 58 Eier, 1 Liter Sahne, 2 kg Valrhona Schokolade (Opalys! Ein Traum!), ein halbes Pfund Gianduja Nougat, einen halben Liter Champagner, 2 kg Zucker und 2,5 kg Mehl verarbeitet. 




Daraus wurden vier verschiedene Torten gebacken, ich habe sechs verschiedene Füllungen hergestellt, die vier Torten gefüllt, gecrumbcoated, mit Ganache eingestrichen, mit Fondant eingedeckt, mit Hilfe von Buchenholztübeln gestapelt - und dekoriert.



Von oben nach unten waren die Torten:
Erdbeer-Champagner
Haselnuss-Marzipan-Preißelbeeren
Weiße Schokolade-Maracuja
Dunkle Schokolade-Pralinétrüffel





Am Abend des zweiten Tages war die Torte dann fertig. Und ich auch. Aber gleichzeitig natürlich stolz wie Bolle. Am allermeisten hab ich mich auf den Moment gefreut, an dem das Brautpaar und alle Gäste die Torte sehen. Ich war so neugierig, wie sie ihnen gefallen würde. Wie sie ihnen schmecken würde. Herzklopfen. Total.



Dann kam der Moment, vor dem ich am meisten Bammel hatte: Der Transport zur Location, wo sie im Kühlhaus bis zum Anschnitt am nächsten Tag stehen sollte. 45 Minuten mit dem Auto. Einmal quer durch die Stadt. Viele Ampeln. Viel Anfahren. Viel Bremsen. Viel Gerumpel. Aber was war? Nix war! Die Torte hielt bombenfest. 



Torte fertig. Torte abgegeben. Was soll jetzt schon noch passieren? 

Aber das Pech ist halt ein ziemliches Arschloch - und kommt genau dann anmarschiert, wenn man sich schön in Sicherheit wiegt.

Die Torte soll zum Dessert angeschnitten werden. Kurz nach dem Hauptgang werde ich in die Küche gebeten. Es gäbe ein Problem. Ein Mitarbeiter sei ausgerutscht und hätte im Fallen die Torte mitgerissen. Sie sei komplett zerstört. Aber - die Konditorin des Hauses hätte gezaubert und binnen 2 Stunden eine neue Torte kreiert. Sie sähe auch quasi so aus wie meine.

Schock.

Wie bitte?

Ich werfe dem Lieblingsgatten einen Blick zu. Weil ich ziemlich sicher bin, dass ich gerade schön an der Nase rumgeführt werden. Torte kaputt? Kann doch gar nicht sein. Hey, da stecken 40 Stunden Arbeit, 5kg Fondant und zwei Dutzend Buchenholzdübel drin. Das Monster wiegt geschätzte 15 Kilogramm. Das geht doch nicht so einfach kaputt! Verdammte Axt!

Und dann sehe ich die neue Torte. Scheiße. Scheißescheißescheiße. Hyperventilieren oder losheulen? Ich entscheide mich für Letzteres. Bitte. Mach. Dass. Das. Ein. Witz. Ist. Einer von der ganz schlechten Sorte. Isses aber nicht. Ich muss erstmal nach draußen. Luft holen. 

Wie erklär ich das bloß dem Brautpaar? Der Lieblingsmann übernimmt das für mich. Was für tolle, tolle Freunde wir haben, die komplett entspannt und verständnisvoll sind und es sogar schaffen, mich zu trösten. Danke dafür, ihr Tollen! Ich wünsch euch die allersonnigsten Flitterwochen - und würde dann zum 10. Hochzeitstag nochmal versuchen, euch ne Torte zu machen. Deal?



Und das war es dann. Das Hochzeitstortendesaster. Und deshalb gibt´s heute auch keine hübschen DSLR Fotos - sondern verwackelte Handy Bilder. 

Habt es schön - und haltet bloß das blöde Pech auf Abstand
Conny


Bezugsquellen und Tipps (keine Werbung, kein Affiliate):

Mein Lieblingstortenladen in Hamburg - macht auch tolle Kurse und hat einen wunderbaren Online Shop: KD Torten
Meine bevorzugten Backformen: PME Backformen
Die in meinen Augen beste weiße Schokolade: Valrhona Opalys 
Um die Torten glatt einzustreichen ist ein Drehteller unerlässlich. Meiner ist von IKEA
Wunderschöne Hortensien-Mould von Karen Davies: Torten Boutique
Unerlässlich, um die einzelnen Etagen unfallfrei von A nach B zu bringen: Cake Lifter
Lässt sich gut verarbeiten, wenn man schnell arbeitet: Fondant von Callebaut. Der Fondant von Wilton ist etwas härter, verzeiht aber mehr Fehler - und bildet weniger Luftblasen. Für Anfänger in meinen Augen empfehlenswerter.
Meine bevorzugte Blütenpaste: Wilton Blütenpaste. Mit der Blütenpaste von Squire´s Kitchen kam ich persönlich nicht zurecht.
Zum Einfärben verwende ich Pastenfarben, ebenfalls von Wilton
Die kleinen Blüten habe ich mit diesen Petunia Moulds gemacht und anschließend mit Puderfarben akzentuiert
Bei den großen Pfingstrosen hat mir dieses Tutorial geholfen. Die Ausstecher gibt´s bei Tortendeko.de 
Die großen Blüten habe ich mit Royal Icing an der Torte befestigt, die kleinen Blüten und die Bordüre ganz einfach mit etwas Wasser, das ich mit einem Pinsel aufgetragen habe.
Die einzelnen Etagen wurden auf Cakeboards fertig gestellt und dann mit Hilfe von Buchenholzdübeln und einer großzügigen Portion Royal Icing aufeinander gestapelt. 
Extrem hilfreich für alle, die in Sachen Torten unterwegs sind: Torten Talk Forum
Der wunderschöne Caketopper ist von Casa di Falcone