Samstag, 25. April 2015

{Travelguide Vietnam} In die alte Kaiserstadt Hue und über den Wolkenpass



Im vorletzten Teil meines Vietnam Reiseberichts nehme ich euch mit nach Zentralvietnam. Nachdem wir die Halong Bay wieder Richtung Hanoi verlassen hatten, flogen wir mit Vietnam Airlines nach Hue in Zentralvietnam. Hue war einst Kaiserstadt, dann Hauptstadt, - heute ist sie ein echtes Highlight einer Vietnam-Reise. Und das obwohl die Stadt während des Vietnamkriegs Schauplatz erbitterter Kämpfe war und zu einem großen Teil zerstört wurde. 






Absolut sehenswert ist die Zitadelle mit der verbotenen Stadt. Wunderschöne, teils aufwändig restaurierte Paläste, Regierungsgebäude, Tempel, Theater, Türme und Hallen verteilen sich auf einem weitläufigen Areal. Hier lebte der Kaiser mit seinem kompletten Hofstaat und seiner Familie. Die zwischendurch riesigen Freiflächen zeigen, wie viel im Vietnamkrieg zerstört wurde - nur noch ein kleiner Teil der Zitadelle ist erhalten. Hier dankte 1945 übrigens auch der letzte vietnamesische Kaiser Bao Dai ab - der galt aber ohnehin nur als "Marionettenkaiser" von Frankreichs Gnaden.



Weiter geht´s zur buddhistischen Thien Mu-Pagode mit dem markanten siebensstöckigen Turm. Sie liegt am Ufer des Parfum-Flusses - dessen Name übrigens malerischer ist als sein Anblick.


Ein paar Kilometer außerhalb von Hue (das die Vietnamesen in einem für uns überaus lustigen Tonfall wie "Wäääää" aussprechen) findet man die monumentalen Gräber der Ngyuen-Kaiser. Holymoly, das sind vielleicht riesige Anlagen! Wir haben zwei sehr unterschiedliche Grabmäler besucht. Das von Kaiser Khai Dinh ist - sagen wir mal - speziell. Die Architektur vereint vietnamesische mit französischen Elementen - herausgekommen ist eine Art überdimensionale Zuckertorte aus grauem Beton.




Sofort in seinen Bann gezogen hat uns hingegen das Grab von Tu Duc - auch wenn seine Entstehungsgeschichte reichlich bizarr ist: Tu Duc gab Unsummen für den Bau seiner Wohn- und Grabstätte aus, tausende Zwangsarbeiter mussten seine Vision verwirklichen. Während sein Volk bettelarm war, lebte Tu Duc reichlich verschwenderisch. Obwohl er 104 Ehefrauen hatte, blieb er lebenslang kinderlos. Wo genau Tu Duc begraben liegt, ist bis heute nicht klar. Aus Angst vor Grabräubern wurden alle 200 Diener, die bei der Beerdigung des Kaisers anwesend waren, anschließend geköpft.







Ein wunderschöner Ort der Stille ist die Tu Hieu Pagode, 5km südwestlich von Hue in einem Kiefernwäldchen gelegen. Hier fanden die Eunuchen aus der verbotenen Stat, die aus verständlichen Gründen keine Kinder hatten, die im Alter für sie sorgten, für ein wenig Geld einen Altersruhesitz. 




Von Hue geht es über den so genannten Wolkenpass weiter in den Süden, Richtung Hoi An. Für die Fahrt nimmt man sich am besten einen Fahrer und plant einen ganzen Tag ein - das macht die Reise entspannt. Der Wolkenpass markiert die Wetterscheide zwischen Nord- und Südvietnam - und nach einem extrem windigen Vietnamese Coffee in dem kleinen Shop auf der Passhöhe wird es danach endlich wärmer!










Wir stoppen außerdem noch am China Beach in Danang (hier "erholten" sich die amerikanischen GIs während des Kriegs) und an den Marble Mountains. Dort wurde vor Jahrzehnten wohl wirklich Marmor abgebaut. Die dadurch entstandenen Höhlen dienten dem Vietcong als Unterschlupf und Hospital. Per Lift geht es nach oben - es erwarten uns eine tolle Aussicht, einige Höhlen und Pagoden. Übrigens: Der Marmor, der in den Dutzenden von Marmor-Fabriken rund um die Marble Mountans verkauft wird, stammt schon lange nicht mehr von dort, sondern aus Pakistan und Indien. Ansonsten wären sie nämlich längst nicht mehr da, die Marble Mountains.





Im vierten und letzten Teil des Vietnam Travelguides geht es dann weiter nach Hoi An. 
Kommt ihr mit?

Habt es schön!
Conny

Sonntag, 19. April 2015

Hallo Spargelzeit! Rezept für eine grün-weiße Spargel-Tarte mit Ricotta.

Asparagus tarte with ricotta | seelenschmeichelei.blogspot.com

Wie sagt man noch gleich? Jeden Tag eine gute Tarte. Meine heutigen Karmapunkte gehen auf das Konto einer sehr guten Tarte. In den Hauptrollen des Sonntags Tarte-Orts: grüner und weißer Spargel. Die Stangen kuscheln sich in ein Bett aus Ricotta und Eiern.



Asparagus tarte with ricotta | seelenschmeichelei.blogspot.com

Hach, endlich wieder Spargelzeit! In den nächsten Wochen wird haufenweise Spargel auf unseren Tisch kommen. Und zwar in den Variationen "Spargel, neue Kartoffeln und Butter", "Spargel, neue Kartoffeln und Hollandaise" sowie "Spargel und neue Kartoffeln". Ehem, merkt man, dass wir Spargelpuristen sind? Na gut, wenn ich mal einen auf ganz fancy mach, dann kommen noch Butterbrösel über die Spargelstangen. Oder ich lege eine dicke Scheibe warmen, gekochten Schinken dazu. Ja, gekocht. Diese norddeutsche Katenschinkenliebe zum Spargel ist mir nämlich hochgradig suspekt. 


Asparagus tarte with ricotta | seelenschmeichelei.blogspot.com

Asparagus tarte with ricotta | seelenschmeichelei.blogspot.com

Zum Auftakt gibt´s dieses Jahr Spargel als Tarte. Oder wäre Quiche der passendere Begriff? Liebe Foodies und Bloggerkollegen, kann mich mal jemand aufklären, was der Unterschied zwischen Tarte und Quiche ist? Ich recherchiere das nun schon seit Jahren und hab noch keine schlüssige Erklärung gefunden. Aber ob Tarte oder Quiche - hauptsache lecker, gell? 


Asparagus tarte with ricotta | seelenschmeichelei.blogspot.com


Asparagus tarte with ricotta | seelenschmeichelei.blogspot.com

Spargel-Tarte 


Für den Teig (genug für rechteckige Form, ca 35x13cm)

200g Dinkelmehl
100g eiskalte Butter, in Stückchen
2 Esslöffel eiskaltes Wasser
1 Ei
1 Prise Meersalz

Alle Zutaten rasch zu einem Teig verkneten. In Frischhaltefolie wickeln und für mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Anschließend auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen, in eine rechteckige Tarteform mit Hebeboden legen und die Ränder etwas andrücken. 


Für den Belag

250g weißer Spargel
250g grüner Spargel
2 Eier 
150g Ricotta
50ml Milch
1/TL frisch geriebene Muskatnuss
1/2 TL Meersalz
1/2 frisch gemahlener Peffer
1 Prise Piment d´Espelette (optional)

Den Ofen auf 175° Umluft vorheizen.

Den weißen Spargel ganz schälen, den grünen Spargel nur im unteren Drittel.
Die Stangen auf die Breite der Tarteform kürzen. 

Eier, Ricotta, Sahne und Gewürze verquirlen. Auf die Tarte gießen. Jetzt die Spargelstangen dicht an dicht ins Ricotta-Eier-Bad legen, immer grün und weiß im Wechsel.

Mit Alufolie abdecken und ab in den Ofen: 45 Minuten bei 175°. 


Zur Spargeltarte passt ganz wunderbar ein schneller Salat mit einem einfachen Dressing aus Zitronensaft, Ahornsirup und Olivenöl. Obendrauf hab ich noch die in feine Scheibchen geschnittenen restlichen Spargelabschnitte gestreut. Und fertig ist ein frühlingsfrisches Sonntagsessen ganz ohne viel Aufwand. 

Dazu gibt´s heute ganz spargeluntypisch weder Silvaner noch Riesling, sondern einen Alvarinho aus der Region Tejo  in Portugal. Der ist schön knackig und frisch - und macht auch dann noch Spaß im Glas, wenn die Tarte schon aufgegessen ist. Quasi perfektes Spargel- und Balkon-Pairing. 


Asparagus tarte with ricotta | seelenschmeichelei.blogspot.com


Asparagus tarte with ricotta | seelenschmeichelei.blogspot.com


Kommt gut in die Spargelsaison und genießt die Frühlingssonne.

Conny

Sonntag, 12. April 2015

Für all euch Schoko-Lovers da draußen! Hier kommt das ultimative Schoko-Törtchen.


Ich bin mal wieder die Königin der saisonalen Blogpost-Planung. Kaum wird´s draußen wärmer, kaum erwachen Wünsche nach Salat und Rhabarber und Spargel und Erdbeeren, komm ich hier mit dem ultimativen Schoko-Törtchen Bömbchen ums Eck. Das ist quasi so weit von frühlingshaft entfernt wie Lady Gaga von Helene Fischer. Andererseits geht Schoko-Törtchen doch irgendwie immer. Sagt der Schoko-Lover in mir (und der neben mir übrigens auch). Und der muss es ja wissen.






Außerdem hab ich gerade die allerbeste Ausrede für exzessives Tortentesten. In einem Anflug von Größenwahn Selbstüberschätzung habe ich "ja" gesagt, als mich gute Freunde fragten, ob ich für sie die Hochzeitstorte backen würde. Für 100 Gäste!

Holy Hochzeitstorte - was für eine Verantwortung! Denn wenn was schief geht, kann ich ja kaum im Abendkleid beim Bäcker vorbei schauen und mir dort ein Ersatz-Hochzeitstörtchen einpacken lassen. Also wird das Projekt Hochzeitstorte jetzt generalstabsmäßig geplant. Ich habe Pinterest nach den schönsten Törtchen abgesucht, Deko-Konzepte erstellt, in einem Kurs gelernt, wie man Torten stapelt, nicht unerhebliche Beträge in Silikonbackmatten, Blütenpaste und Fondant-Ausstecher investiert, Lehrgeld in Sachen Backformen bezahlt (die Push Pans von Lakeland sind by the way nicht empfehlenswert), tonnenweise Rezepte gewälzt - und über Ostern schon mal eine Wagenladung Butter, Zucker, Eier und Mehl in Torten verwandelt. 






Mein ultimatives Schoko-Törtchen


Für die Böden

200g weiche Butter
200g Zucker
200g dunkle Lieblingsschokolade
200g Mehl
7 Eier
3 Tl Back-Kakao
Das Mark einer Vanilleschote
2 Tl Backpulver
1 ordentliche Prise Salz

Die Schokolade hacken, überm Wasserbad schmelzen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

Mehl, Backpulver und Backkakao sieben.

Die Eier trennen. Das Eiweiß zu einem weichen, schmierigen Schnee schlagen. Der lockert den Teig beim Backen besser als ein fester Eischnee. Die Eigelbe in die abgekühlte Schokolade rühren.

Den Zucker mit der Butter, dem Salz und dem Vanillemark gute fünf Minuten lang schaumig schlagen, bis die Masse weißschaumig ist. Dann die Schokolade-Ei- sowie die Mehl-Mischung esslöffelweise unterrühren. 

Zu guter Letzt den Eischnee in zwei, drei Portionen unterheben.

Den Teig in eine gefettete und gemehlte 15er Backform (für eine sehr hohe Torte) oder 20er (für eine normale Torte) geben und im vorgeheizten Ofen bei 175° Ober-/Unterhitze etwa 60 bis 70 Minuten lang backen. Die Stäbchenprobe verrät wie immer, ob der Kuchen fertig ist.

Die Böden etwas abkühlen lassen, dann aus der Form stürzen und auf einem Kuchengitter ganz erkalten lassen. Am besten eine Nacht in Frischhaltefolie gewickelt ruhen lassen, bevor ihr den Kuchen je nach Durchmesser in 3-5 Böden schneidet. Jeder Boden sollte etwa 3cm dick sein.


Für die Füllung

400ml Milch
50g Zucker
1 Päckchen Schoko Pudding Pulver
150g Nuss-Nougat
50g dunkle Lieblingsschokolade
2 Teelöffel löslicher Espresso
250g weiche Butter

Pudding Pulver, Zucker und ein paar Esslöffel der Milch verrühren. Die restliche Milch aufkochen, die Pudding-Masse einrühren und unter Rühren eine Minute kochen lassen.

Den Nuss-Nougat und die Schokolade hacken und im heißen Pudding schmelzen lassen. Das Espresso Pulver unterrühren. Mit Frischhaltefolie abdecken und auf Raumtemperatur abkühlen lassen. 

Die weiche Butter 10 Minuten lang mit der Küchenmaschine oder dem Handrührer weißschaumig aufschlagen. Dann löffelweise die abgekühlte Puddingmasse dazu geben.

Für die Glasur

50g dunkle Lieblingsschokolade
1 gehäufter Esslöffel Butter
1 Esslöffel Sahne

So setzt ihr die Torte zusammen:

Schnappt euch den erste Boden, verteilt einen Klecks Buttercreme darauf, verteilt die Creme ordentlich bis zu den Rändern und setzt den nächsten Boden darauf. So stapelt ihr die Torte, bis alle Böden aufgebraucht sind. Ab in den Kühlschrank und eine Stunde lang durchkühlen lassen. Anschließend streicht ihr die Torte mit einer dünnen Schicht Creme ein, um die Krümel zu "versiegeln". Nochmal eine Stunde durchkühlen. Jetzt kommt die letzte Schicht Creme auf die Torte. Mit einer Winkelpalette wird´s schön gerade. Wieder durchkühlen lassen. 

Die restliche Creme in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen. 

Die Zutaten für die Glasur überm Wasserbad schmelzen. Die Glasur auf der Torte verteilen und mit einer Winkelpalette so verteilen, dass sie etwas über den Rand läuft. Mit dem Spritzbeutel die restliche Creme in Tupfen auf der Torte verteilen. Wer mag, stäubt noch etwas Kakaopulver darüber.





Ja, ich gebe zu, das Törtchen ist nicht ganz unaufwändig - aber der Aufwand lohnt sich. Versprochen!

Habt das allersonnigste Wochenende

Conny

Freitag, 3. April 2015

{Frühlingsgefühle auf dem Tisch} Ein fabelhafter Matcha Latte Gugelhupf


Holt die Kuchengabeln raus - zu Ostern kommt der Frühling auf den Tisch! Denn während ich noch darauf warte, dass es endlich draußen grün wird, hab ich das frische Frühlingsgrün heute einfach mal im Kuchen versteckt. Und zwar in Form von Matcha. 



Kennt ihr? Klar, kennt ihr. Falls doch nicht: Matcha ist Grüntee, der zu allerfeinstem Pulver vermahlen wird. Mit Wasser aufgegossen und mit dem Bambusbesen Cha-Sen verrührt spielt er die Hauptrolle in der japanischen Tee-Zeremonie.

Matcha sieht nicht nur grasgrün aus, er schmeckt auch ein bisschen so. Grasig und frisch. Es lohnt sich übrigens, in eine hochwertige Qualität zu investieren - gute Matchas schmecken lieblich-süßlich und nicht so bitter wie die einfachen.




Ich mag Matcha am allerliebsten als Matcha Latte mit aufgeschäumter heißer Milch. Und heute gibt´s Matcha Latte einfach mal zum Anbeißen. Als Gugelhupf. Zur Feier des Tages ist auch noch ein ordentlicher Schuss Rum in den Teig gehüpft. 






Das Ergebnis? Ein herrlich unkomplizierter Gugelhupf, der schnell gemacht ist und eine Menge hermacht. Ob auf dem Ostertisch. Oder einfach so.





Rezept für Matcha Latte Gugelhupf


375g Dinkelmehl Typ 630
4 Eier
250g weiche Butter plus etwas für die Form
240g Zucker
250ml Milch
4 Esslöffel Rum
1 Esslöffel Matcha Pulver
1 Päckchen Backpulver
Das Mark einer Vanilleschote
Eine Prise Salz
Puderzucker nach Belieben

Eine Gugelhupf Form gut ausfetten. Den Ofen auf 175° Umluft vorheizen.

Mehl, Salz & Backpulver mischen.

Butter, Vanillemark und Zucker weißschaumig schlagen. Das dauert gute fünf Minuten. Dann nacheinander die Eier dazu geben. Jedes Ei sollte gut mit der Butter-Zucker-Mischung verbunden sein, bevor du das nächste dazu gibst.

Jetzt löffelweise die Mehlmischung, Milch und Rum zum Teig geben, nur solange verrühren, bis ein homogener Teig entstanden ist. 

Gut die Hälfte der Masse in die Gugelhupfform geben. Über den restlichen Teig das Matchapulver sieben und gut verrühren. Die Matcha-Masse ebenfalls in die Form geben. Mit einer Gabel oder einem Holzstäbchen spiralförmig marmorieren.

Ab in den Ofen, 175° Umluft für 50 bis 55 Minuten. Die Stäbchenprobe verrät, ob der Kuchen fertig ist. Etwas abkühlen lassen, auf eine Kuchenplatte stürzen und vollständig auskühlen lassen, bevor du den Gugelhupf mit Puderzucker bestreust.









Zum allerersten Mal seit Jahren haben der Lieblingsgatte und ich Ostern nichts, aber auch gar nichts vor. Keine Wochenend-Reisen, keine Brunch-Einladungen, kein Ostereier-Suchen. Und wisst ihr was? Ich find´s herrlich. Ich hätte es herrlich gefunden, hätten wir nicht seit einer Woche einen formidablen Wasserschaden in der Wohnung. Joa. Ruhige Feiertage fallen also aus. Ich stell dann mal wieder den Bautrockner an.

Habt schöne Ostern und lasst es euch gut gehen.
Conny