Sonntag, 22. März 2015

{Quick Weekday Dinner} Lauwarme Auberginen aus dem Ofen mit Granatapfel, Tahini-Joghurt und frischen Kräutern.


Mein Verhältnis zu Trends erinnert mich immer ein bisschen an den 800m Lauf bei den Bundesjungendspielen Neunzehnhundertsiebenundachtzig: Ich renne öfter mal hinterher. 

Gelb zum Beispiel. Bei mir vor genau zwei Wochen im Kleiderschrank angekommen - dabei hingen letztes Jahr schon die Läden voll davon. Oder Instagram. Joa, da bin ich auch schon seit mindestens einem ganzen Jahr dabei. Und während im Rest der Welt Bloggerwelt der By Lassen Cubus Kerzenständer in Kupfer wahrscheinlich schon wieder aus den Wohnzimmern fliegt, schmachte ich ihn immer noch an und frage mich, ob es unanständig ist, so viel Geld für ein Trendteil (<- sic!) auszugeben.

Kein Wunder also, dass ich jetzt erst die wunderbaren Kochbücher von Yotam Ottolenghi für mich entdeckt habe. Ich liebe es, wie er Aromen und Texturen kombiniert, wie er Altbekanntes neu zubereitet - und so ganz neue Geschmackserlebnisse schafft.




Und obwohl ich sonst so gar kein Nach-Rezept-Kocher bin, hab ich mich diesmal ans Rezept gehalten. Naja, fast. Die Olivenöl-Menge habe ich etwas reduziert. Und der Sumach kommt bei Ottolenghi an dieser Stelle auch nicht vor.







Die Kombination von weichen ofengerösteten Auberginen, knackig-süßen Granatapfelkernen und dem kühlen, nussig-säuerlichem Tahini-Joghurt ist so, so, so gut - probiert das unbedingt aus (erwähnte ich, wie gut das ist?). Und ganz nebenbei steht das Ganze in einer knappen halben Stunde auf dem Tisch - perfekt, wenn es unter der Woche schnell gehen soll.




Rezept für Auberginen mit Granatapfel und Tahini-Joghurt nach Ottolenghi (für zwei)


500g Auberginen
4 Teelöffel Granatapfel-Melasse
30ml gutes Olivenöl
Kerne von 1/2 Granatapfel
1/2 Teelöffel Sumach
150g griechischer Joghurt
1 Teelöffel Tahini
Ein paar Blättchen Koriander oder Kresse
Maldon Sea Salt
Frisch gemahlener Pfeffer

Die Auberginen in 1cm dicke Scheiben schneiden und auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen.

Granatapfel-Melasse, Olivenöl und eine ordentliche Prise Salz verquirlen. Die Auberginen von beiden Seiten mit der Marinade bepinseln.

Ab in den Ofen: 200°, 25 Minuten. Die Auberginenscheiben nach der Hälfte der Zeit einmal wenden.

Tahini und Joghurt verrühren, mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Auberginen etwas abkühlen lassen und dann mit Joghurt und Granatapfelkernen anrichten. Mit Sumach und Koriander (oder Kresse) bestreuen.






Verratet ihr mir eure Lieblingskochbücher? Ich bin nämlich gerade im Kochbuch-Modus - letzte Woche hat der verfrühte Osterhase (oder war es doch der Lieblingsgatte?) nicht weniger als 5 neue Kochbücher vorbei gebracht.




Habt einen schönen Sonntag - und eine frühlingssonnige Woche!

Conny

Freitag, 20. März 2015

{Travelguide Vietnam} Auf einer Dschunke durch die Halong Bay



Als ich am vierten Morgen in Hanoi verschlafen nach draußen gucke, fühle ich mich vollends wie zu Hause: 15° und Nieselregen. Wohoo. Dabei fahren wir doch heute in die Halong Bay. Seit 1994 ist die "Bucht der herabsteigenden Drachen" UNSECO World Heritage Site. 

Eine Mini-Cruise durch die Bucht ist ein Must-Visit für so ziemlich jeden Vietnam-Reisenden. Will sagen: Trips zur Halong Bay sind eine durchweg bestens durchorganisierte Sache. Anbieter gibt es wie Sand am Meer und ehrlich gesagt: Unter den Hunderten Veranstaltern, Travel Agencies & Booten den Überblick zu behalten, ist ein ziemlich hoffnungsloses Unterfangen. 




Am Ende des Tages laufen alle Trips in die Halong Bay nach einem ähnlichen Muster ab: Du wirst früh morgens in deinem Hotel in Hanoi abgeholt, im Minibus (=die luxuriöse Variante) oder im Reisebus (= die Budget-Variante) etwa vier Stunden lang nach in die Halong Bay gefahren, stoppst dabei einmal an einem der überteuerten Souvenir-Läden, die die Straße säumen - und gehst dann gegen Mittag aufs Boot. 




Buchen kann man Tagesausflüge (<- nicht empfehlenswert, weil du schon mindestens 8 Stunden für Hin- und Rückweg einplanen kannst), 2-Tages-Ausflüge (<- haben wir gemacht, würd ich wieder so machen) und 3-Tages-Ausflüge (<- wär mir zu viel, ist aber eine gute Alternative für alle, die mehr von der Bucht sehen wollen).



Was uns bei der Auswahl unserer Dschunke wichtig war: Ein eher kleines Schiff, kein Party-Boot, ein einigermaßen gehobener Standard und eine Tour etwas abseits der anderen 200 Boote, die in der Bay unterwegs sind. Ernsthaft, wenn man den Hafen von Halong City verlässt, fühlt man sich wie zur Rushhour vorm Elbtunnel. 

Bei schönem Wetter ist es bestimmt ein Traum, an Deck zu sitzen und die pittoreske Landschaft an sich vorbei ziehen zu lassen. Bei 15° und Nieselregen ist das Vergnügen nicht ganz so groß. Aber pittoresk und im Nebel auch ein bisschen magisch ist die Landschaft trotzdem.






Wir haben uns für Aphrodite Cruises entschieden und der Einfachheit halber übers Hotel gebucht. Das Schiff war kein ausgesprochenes Highlight aber völlig okay und oberflächlich betrachtet auch durchaus sauber. Karaoke-Anlage und ausreichend Alkohol sind ebenfalls an Bord. 

Auf Tripadvisor wurde das Essen in allerhöchsten Tönen gelobt und auch der Tourguide an Bord pries den Schiffskoch als besten in der ganzen Halong Bay an. Well... wenn das so ist... dann möchte ich lieber nicht beim zweitbesten Schiffskoch zu Gast sein. Denn das Essen war allerhöchstens durchschnittlich - wenn auch immer sehr hübsch angerichtet. Der hübscheste Teller nützt aber nix, wenn sich die mit der Pipette malerisch neben der (zähen) Ente verteilten Tropfen als schnöder Ketchup entpuppen. Schauen wir also lieber wieder raus aus aus den großen Panoramafenstern. 


Fast zweitausend Kalksteinfelsen liegen in der Bucht verstreut. Manche kahl und grau, manche mit üppig grünem Dschungel bewachsen. Und viele beherbergen Tropfsteinhöhlen. Irgendeine dieser Höhlen wird von jeder Cruise angefahren, wir besuchten Me Cung Grotto, eine eher unspektakuläre, kleinere Höhle. Umso spektakulärer war dann der Blick vom Aussichtspunkt, der über der Höhle auf dem Felsen gelegen war.










Neben dem Höhlenbesuch steht bei den meisten Cruises noch ein Besuch eines Floating Villages auf dem Programm. Wir wurden in Bambusbooten, den so genannten Sampans an ein paar Hausbooten vorbei geschippert - alles in allem nichts, was wirklich in Erinnerung bleibt. Wäre es wärmer gewesen, hätten wir auch kajaken können. Aber wir erinnern uns... 15° und Nieselregen. 







Nachdem wir uns in Nord-Vietnam den Allerwertesten abgefroren haben (<- ich finde, dafür sieht mein Lachen noch einigermaßen echt aus), geht es nun weiter nach Zentralvietnam. Zu den Grabmälern und der Zitadelle der alten Kaiserstadt Hue, über den Wokenpass ins malerische Hoi An - und in die Wärme!

Habt es schön
Conny

Sonntag, 15. März 2015

{Dorade Asia Style} Mit Kokos-Reis und Pak Choi in Sesam-Sauce

Asian spiced sea bream with coconut rice and bok choi in sesame dipping sauce | seelenschmeichelei.blogspot.com

Gerade mal zwei Wochen ist der Urlaub her - aber mein Gaumen hat schon wieder Fernweh. Und deshalb kommt heut asiatische Crossover Cuisine auf den Tisch. Mit lauter Elementen, die für sich genommen schon ziemlich köstlich - in der Kombination aber wirklich zum Reinlegen sind. 

Asian spiced sea bream with coconut rice and bok choi in sesame dipping sauce | seelenschmeichelei.blogspot.com

Kennt ihr diesen Spinatsalat mit Sesam, den es beim Japaner gerne mal gibt? Ich liebe, liebe, liebe ihn. Und jetzt hab ich´s endlich geschafft, seinen Geschmack nachzubauen. (okay, ich hätte auch mal beim Japaner nach dem Rezept fragen können, fällt mir grad ein. Joa..) Die Sesam-Sauce passt auf jeden Fall nicht nur prima zu Spinat, sondern auch zu Pak Choi oder anderen grünen Gemüse-Sorten, ist ratzfatz gemacht und bestens zum Beeindrucken von Ehemännern oder schwer zufrieden stellenden Freunden geeignet.

Asian spiced sea bream with coconut rice and bok choi in sesame dipping sauce | seelenschmeichelei.blogspot.com

Asian spiced sea bream with coconut rice and bok choi in sesame dipping sauce | seelenschmeichelei.blogspot.com


Die Dorade wird asiatisch gewürzt mit Zitronengras, Koriander, Limetten und Chilli - und mangels Grillwetter einfach mit einem Spritzer Sesamöl in die Grillpfanne geworfen.

Der Dip dazu ist vietnamesisch inspiriert, der Reis wird heute mal nicht in schnödem Wasser, sondern in Kokoswasser gegart.

Übrigens: Lasst euch nicht von der langen Zutatenliste abschrecken, das gesamte Gericht mit allem Zipp und Zapp steht in unter 30 Minuten auf dem Tisch.

Asian spiced sea bream with coconut rice and bok choi in sesame dipping sauce | seelenschmeichelei.blogspot.com

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Asian spiced sea bream with coconut rice and bok choi in sesame dipping sauce | seelenschmeichelei.blogspot.com

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Dorade Asia Style mit Kokosreis und Pak Choi (für Zwei)

Für den Fisch
2 Doraden (Wolfsbarsch würde auch passen)
1 rote Chili
1 Stängel Zitronengras
2 Limetten
3 Spritzer Sesamöl
1 Bund Koriander

Für das Gemüse
300g Pak Choi
1 Spritzer Erdnussöl

Für die Sesam-Sauce
2 Eslöffel Sesam
1 Esslöffel Tahini (Sesampaste)
2 Eslöffel Sojasauce (am besten die grüne von Kikkoman)
1 Eslöffel Mirin (japanischer Reisessig)
1 Telöffel brauner Zucker

Für den Kokosreis
150g Basmatireis
250ml Coconut Water

Für den Dip
2 Esslöffel Fischsauce
4 Esslöffel Wasser
1 Esslöffel Reisessig
1 Esslöffel brauner Zucker


Fleur de Sel

Den Basmatireis mit dem Kokoswasser und einem halben Teelöffel Salz in einen Topf geben, aufkochen lassen und etwa 10 Minuten lang garen. Dabei gelegentlich umrühren. Anschließend mit einer Gabel auflockern.

Limette, Koriander und Chili waschen und trocken tupfen. Die Limette in Scheiben schneiden, den weißen Teil des Zitronengrases und die Chili in dünne Ringe schneiden.

Die Fische waschen, trocken tupfen und auf beiden Seiten jeweils 4 mal schräg einschneiden. Die Bäuche mit je 2 Stängeln Koriander und 2-3 Limettenscheiben füllen. Mit der Hälfte der Chiliringe, Zitronengras und Fleur de Sel bestreuen.

In einer Grillpfanne einen Esslöffel Erdnussöl mit einem Spritzer Sesamöl erhitzen. Die Fische hinein legen und bei mittlerer Hitze auf jeder Seite etwa vier bis sechs Minuten (je nach Größe) braten. Dabei nur einmal wenden und nicht hin- und her bewegen, sonst zerfällt der Fisch. Die Doraden sollen innen noch saftig und außen gebräunt sein. 

Tipp: Ob ein ganzer Fisch gar ist erkennst du, indem du vorsichtig an der Rückengräte ziehst. Flutscht sie leicht aus dem Fleisch, ist der Fisch gar.

Für den Dipp Fischsauce, Wasser, Reisessig und braunen Zucker miteinander vermengen. Je nach Geschmack mit den übrigen Chili-Ringen schärfen.

Den Pak Choi waschen, trockentupfen und halbieren.

Eine weitere Pfanne erhitzen und den Sesam darin rösten, bis er duftet. Aus der Pfanne schütten und die Pak Choi Hälften mit einem Spritzer Erdnussöl in der Pfanne braten, etwa 2-3 Minuten pro Seite. 

Alle Zutaten für die Sesam-Sauce verrühren und über den gebrateten Pak Choi geben.

Auf einer Servierschale den Kokosreis verteilen, den knusprig gebratenen Fisch darauf betten und mit dem restlichen gehackten Koriander bestreuen. Das Gemüse und den Saucen-Dip in extra Schalen dazu reichen.

Asian spiced sea bream with coconut rice and bok choi in sesame dipping sauce | seelenschmeichelei.blogspot.com

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Was kommt bei Euch heute auf den Tisch?

Genießt den Sonntag

Conny

Mittwoch, 11. März 2015

{Travelguide Vietnam} Unterwegs mit Millionen Mopeds in Ho Chi Minh City & Hanoi


Es ist kurz vor Tet, dem vietnamesischen Neujahrsfest. Ganz Vietnam ist auf den Beinen Mopeds unterwegs, um sich auf den wichtigsten Feiertag des Landes vorzubereiten. Da werden Berge an Essen auf den Märkten des Landes gekauft. Riesige Kumquat-Bäume - das Pendant zu unseren Weihnachtsbäumen - artistisch durch die Straßen der Großstädte manövriert. Ganze Familien inklusive Haustier auf einem einzigen klitzekleinen Moped durch die Gegend kutschiert. Oder halbe Hausstände auf dem Rad.













Vietnam ist eine Herausforderung für alle Sinne. Das Land knattert, lärmt & hupt ohne Unterlass. An unserem ersten Abend in Ho Chi Minh City, dem früheren Saigon, fragten wir in unserem Hotel (sehr empfehlenswert: das Nikko Saigon) nach einem Restaurant-Tipp in Laufweite. Der überaus freundliche Concierge blickte uns an, als hätten wir soeben nach der örtlichen Eislaufbahn gefragt. "You better take Taxi!" Ehem, wir doch nicht. Wir sind noch in jeder Stadt zu Fuß gegangen, egal ob Bangkok, New York oder Singapur. Spitzenidee, das. Denn: In Saigon geht man nicht zu Fuß. Die Gehwege sind so ziemlich für alles da. Für Garküchen. Für Straßenverkäufer. Für parkende Mopeds. Für fahrende Mopeds. Nur zum Gehen - dafür sind sie nicht wirklich da. 


Die zweite große Herausforderung für frisch gelandete Vietnam-Reisende ist eine ganz gewöhnliche Straßenüberquerung. In Deutschland gibt´s Ampeln. In Bangkok gibt´s Fußgängerbrücken. In Vietnam gibt´s. Richtig. Mopeds. Und die fahren gern vierzehn- bis sechzehnspurig nebeneinander. Die einzige Möglichkeit, um über die Straße zu kommen: Man geht einfach los. Langsam - aber ohne zu stoppen. Und ohne panisch zur Seite zu springen oder mit einer spontanen Ohnmacht zusammen zu sinken. Erstaunlich - aber es funktioniert. Das wilde Verkehrsgewusel wird auf magische Art um einen herum fließen. Überwindung kostet das Ganze trotzdem jedes Mal aufs Neue.






Wir starten unsere 12-tägige Tour durch Vietnam in Ho Chi Minh City. Es ist die Art von Tour, die irgendwie jeder Reisende in Vietnam macht. Quer durchs Land - entweder von Nord nach Süd. Oder von Süd nach Nord. 




Wobei man Ho Chi Minh City getrost auslassen könnte. Die Stadt uns nicht in ihren Bann gezogen. Das, was wir sonst so gern machen - das Treibenlassen und Umherschlendern - macht in HCMC auch keinen allzu großen Spaß. Wer andere asiatische Metropolen wie Bangkok kennt und liebt, der wird von HCMC enttäuscht sein. Wir haben uns einen Tag genommen, um die Stadt zu entdecken - und das hat in meinen Augen auch völlig gereicht. 

Einen Besuch wert sind: Cholon, das chinesische Viertel mit dem ziemlich authentischen Binh Tay Markt. Der touristischere Benh Thanh Markt.




Der stimmungsvolle chinesische Hoi Quan Tue Tanh Tempel und die Jadekaiser Pagode.




Das War Remnants Museum. Viel Propaganda, klar. Aber nichtsdestotrotz ein aufrüttelnder und erschütternder Blick in die Geschichte eines Landes, das sehr viel zu erleiden hatte.

Das Kolonialviertel rund um die Dong Khoi Street mit der Kathedrale Notre Dame, dem Hauptpostamt, dem Opernhaus, dem Hotel Rex - und einer für ein sozialistisches Land erstaunlich hohen Dichte an Chanel, Prada und Louboutin. Davor packen dann mittags die Vietnamesen ihr Lunchpaket aus und essen erst mal in aller Ruhe.




Ausgehen kann man gut rund um die Bui Vien Street. Sehr lecker gegessen haben wir im Monsoon.

Von HCMC geht es in gut zwei Flugstunden nach Hanoi. Innervietnamesische Flüge sind übrigens überaus günstig zu haben, das Angebot an Verbindungen und Airlines ist groß.








Hanoi dann: Ganz große Liebe auf den ersten Blick. Treibenlassen, staunen, schmecken. Hanoi ist eine Stadt, die man ganz wunderbar zu Fuß erkunden kann. Wer zentral wohnen mag, dem sei das Essence Hotel & Spa ans Herz gelegt. Zauberhafter Service, schöne Zimmer und allerbeste Lage im Herzen der Altstadt. Die heißt auch "Viertel der 36 Gassen" - und ist so wuselig-wimmelig wie charmant. Jede Gasse ist übrigens einem Handwerk gewidmet. Und so gibt es in der einen Gasse nur Silberwaren, in der nächsten nur Papier-Lampions und in der dritten nur Süßigkeiten. 




Ebenfalls ganz großartig: Das Streetfood in Hanoi. Ich finde ja immer: Ein fremdes Land lernt man am allerbesten mit dem Gaumen kennen. Und dafür sind die kleinen Streetfood-Stände und Garküchen in Hanoi allerbestens geeignet. 

Nirgendwo aßen wir ein besseres Bun Cha (Reisnudeln mit gegrillten Schweinefleisch-Bällchen, frischen Kräutern und einer süß-säuerlichen Soße) als in diesem kleinen Foodstall in der Nähe unseres Hotels (12 Dinh Liet). Bun Bo Nam Bo, eine Art lauwarmer Reisnudelsalat mit Rindfleisch, Mungosprossen, Koriander, Minze, gerösteten Zwiebeln und Erdnüssen, gibt es für wenig Geld in einer kleinen Garküche in der Hang Dieu Straße 67 (danke an Culinarypixel für diesen und viele andere tolle Tipps!) Banh Cuon, mit Schweinehack gefüllte Reismehlpfannkuchen sind etwas glibberig und daher nicht so ganz meins. Dafür mag ich die frittierten Schweinereien Bang Goi und Nem Chua Ran umso lieber. Der Gatte hält sich lieber an die frische, nicht frittierte Version der Frühlingsrollen (der Name Sommerrolle ist in Vietnam gänzlich unbekannt).




Eine weitere Spezialität Hanois ist - festhalten bitte - Egg Coffee. Yep. Kaffee mit Ei. Klingt seltsam. Schmeckt köstlich. Weil das Ei in Form einer Art Zabaione auf den Kaffee kommt. 
Überhaupt... Kaffee können sie, die Vietnamesen - ist das Land doch der zweitgrößte Kaffee-Exporteur der Welt. Der typisch vietnamesische Kaffee ist klein, stark und schwarz. Oder wird mit gezuckerter Kondensmilch serviert. Beides entweder heiß oder als Eiskaffee. Egal in welcher Variante - ich habe sie alle geliebt.




Wer Hanoier Hipster Teenies gucken will, der geht am besten in eine der Filialen von Cong Caphe, einer im sozialistischen Retro-Chic eingerichteten Kaffee-Kette. 




Ebenfalls ein Klassiker: Das Café Pho Co (11 Hang Gai). Nicht wundern, unter dieser Adresse ist erstmal ein Klamottenladen zu finden. Man geht dann einen dunklen Gang entlang, durchquert einen hübschen Innenhof, erklimmt noch zwei Stockwerke - und schwupps findet man sich auf einem Balkon mit wunderbaren Blick auf den Hoan Kiem See wieder. Bestellt wird übrigens gleich unten. 





Erfunden wurde der Egg Coffee übrigens im Cafe Giang. Auch nett dort, vor allem abends.



Weil man dann doch nicht den ganzen Tag im Café sitzen kann, geht´s jetzt weiter zum Hoan Kiem See. Der dürfte Hanois berühmtester See sein und trennt die Altstadt vom alten Kolonialviertel. Nebenbei scheint er eine der Lieblingslocations für Brautpaar Shootings zu sein. An jedem Baum ein Brautpaar, so kam´s uns vor. Und das, obwohl das Wetter wirklich nicht besonders war. 




Der Schildkröten Turm in der Mitte des Sees ist ein Wahrzeichen Hanois.



Über die rote Sonnenbrücke erreicht man ein kleines Inselchen mit dem Jadeberg-Tempel. 




Wenn man - so wie wir - kein Problem damit hat, 15 km an einem Tag zu marschieren, kann man jetzt noch weiter zum Ho Chi Minh Mausoleum und zum Tempel der Literatur. Ersteres ist nicht weiter erwähnenswert, Zweiterer ist ein wunderschöner Ort der Stille inmitten der Hektik der Stadt. 




Wer zwischendurch ein kleines Hüngerchen bekommt, der hat´s in Hanoi gut. Der nächste Foodstall ist nie weit entfernt. Auch einen kleinen Umweg wert sind die vietnamesischen Sandwiches bei Bánh Mì 25, 25 Hang Ca. Die sind granatenlecker. Während man darauf wartet, bekommt man einen Tee, Bananen und ein freundliches Lächeln. Alles gratis. 



Wir haben vier Nächte in Hanoi verbracht - und es hätten gut noch zwei, drei mehr sein können. Was für eine zauberhafte Stadt!

Im nächsten Teil des Travel Guide Vietnam geht es dann in die weltberühmte Halong Bay.

Habt es schön
Conny